Davon abgesehen bildet BA fuer uns im Vergleich zu Quito, Lima und Santiago eine Klasse fuer sich. Die mit Abstand groesste und lebendigste Stadt unserer Tour. Eine mittelgrosse Durchgangsstrasse ist 6-spurig, 10 km lang, kerzengerade mit Hausnummern von 1 bis 12000 und man braucht per Bus 2h von Anfang bis Ende. Leider war Kinga viel alleine unterwegs, aber abends haben wir uns zusammen immer argentinisches Steak oder leckere Pizza gegoennt. Ueberall gibt es gemuetliche Cafes und nachmittags herrscht strenge Siesta. In kurzer Zeit haben wir viel gelernt ueber die Probleme der Buerger, die noch bis 1983 unter einer Militaerdiktatur mit ueber 30000 Verschwundenen usw. leiden mussten, obwohl Argentinien sich eigentlich mit Peron und seiner Frau Evita schon Anfang 1950 vorbildlich demokratisch entwickelt hatte. Von Studenten erfahren wir, dass die heutige Praesidentin Kirchner sich eher um ihre Schoenheitsoperationen, die der Staat bezahlt, als um ihre politischen Pflichten kuemmert. Am End wird 2011 wieder ihr Ehemann Nestor zum Praesidenten gewaehlt - bleibt alles in der Familie.
Im Rueckspiegel haben wir mit Ecuador, Peru, Chile und Argentinien 4 bedeutende Laender kennengelernt, die sich alle irgendwann aus spanischer Kolonialherrschaft befreit haben. Betrachtet man die Gemeinsamkeiten kommt man nach der Sprache und der Liebe zum Fussball schnell ins Stocken, denn zu unterschiedlich sind die Menschen und Landschaften dieser Laender. In BA z.B. gab es auf der Strasse jeden Tag eine andere Demo oder Streik, wo es temperamentvoll abging. Diese Streitkultur ist uns in Ecuador null begegnet, stattdessen geht man zurueckhaltend jedem Konflikt wortwoertlich aus dem Wege. Umso couragierter geht es ueber alle Schichten in Peru zur Sache, leider im negativen Sinne d.h. mit einer unangenehmen Aufdringlichkeit hat hier der Tourismus unserer Meinung nach die haertesten Spuren hinterlassen. In allen Laendern hat die Polizei ein Autoritaetsproblem, wie nicht zuletzt die Pluenderungen in Chile gezeigt haben. Glaubt man den Tageszeitungen dann wird mit Personalaufstockung, Ausbildung, Antikorruption und neuen Einrichtungen gegengesteuert und die aktuelle Polizeipraesenz (in Ecuador und Peru sogar Militaer) in den Staedten ist unuebersehbar. Verglichen mit Berichten der letzten 18 Monate, haben wir den Eindruck, dass wir die ersten positiven Effekte spueren durften. Die Taxis und die Fahrten rund um den Flughafen waren in Lima kein Problem mehr, ebenso die frueher als gefaehrlich eingestuften Touristenbezirke in der Altstadt von Quito und Lima.