Wenn das passiert ist es meistens schon zu spaet, du hast was falsch gemacht und das Gesicht nicht gewahrt. Statt mit Pokerface zu verhandeln haben wir gelernt von einem Ohr zum anderen zu grinsen und auf den Verkaeufer einzugehen z.B. indem man sich zu ihm auf den Boden setzt und in aller Ruhe und ganz unaufgeregt auf Papier ein paar witzige Argumente zeichnet, die fuer einen niedrigeren Preis sprechen. Mit dieser Methode ist die erste Barriere schnell ueberwunden, dann hat man ploetzlich einen superoffenen, freundlichen Gegenueber, mit dem man ueber alles plaudern kann und viele Infos und einen saftigen Rabatt bekommt. Eins darf man allerdings nicht, besonders in den Touristenhubs, sich auf irgendetwas verlassen; Dafuer gibts einfach zuviele Schwarze Schafe, die sich zum Luegenweltmeister geoutet haben; Noch wissen wir nicht, ob sie sich auch untereinander so anluegen, vielleicht ein Volkssport. Bisher sind wir zumindest mit einem blauen Auge davongekommen, obwohl wir gleich zu Beginn eine touristische Hauptattraktion, die malerische Halong Bucht besuchten.
Wir tuckern mit 10 weiteren Touris entlang an Hunderten von Kalksteinfelsen, die wie kleine Inseln aus dem Wasser ragen und verbringen eine Nacht auf dem Boot - unser erster kleiner Badeurlaub in Asien. Danach ziehen wir weiter in die nordvietnamesischen Berge nahe der chinesischen Grenze, um nochmal die Trekkingstiefel anzuziehen und ueber Reisfelder zu Ethnodoerfern zu wandern. Eine supernette Stammesfamilie laedt uns dort zum Mittagessen in ihre Huette ein, wo wir dann gemeinsam einen sehr relaxten Nachmittag verbringen und sich Vietnam fuer uns von seiner schoensten Seite zeigt.